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(c) NaturVison/Marcel Majer
Bildunterschrift: Sophia Häußler, Jugendbeirätin der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg, im Gespräch mit Samuel Drews (plastikfreie Stadt), Josef Schweiger (Hawe Hydraulik) und Jens Kenserski (pulsmacher)
(c) NaturVision/Marcel Majer
Bildunterschrift: Ralph Thoms, Festivalleiter bei NaturVision, bedankt sich bei allen Referent*innen, Teilnehmer*innen und den Mitveranstaltern
(c) NaturVision/Eve Heber
Bildunterschrift: Moderatorin Dana Hoffmann interviewt Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Andrea Schwarz, Bürgermeisterin Stadt Ludwigsburg, und Ralph Thoms, Festivalleiter bei NaturVision, zur Kongress-Eröffnung

Ludwigsburg: Am 17. September 2021 bot der Kongress #Plastikverhütung 2.0 erneut eine Plattform für Expert*innen und Interessierte, um sich zu den Themen Plastikvermeidung, -alternativen und Kreislaufsysteme auszutauschen. Die Veranstaltung, die NaturVision und das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg realisierten, begeisterte rund 200 Teilnehmer*innen – 60 davon waren live vor Ort in der Musikhalle Ludwigsburg.

„Plastikvermeidung wird in der Öffentlichkeit zunehmend zur Verbrauchersache erklärt“, führt Ralph Thoms, Festivalleiter bei NaturVision, bei der Begrüßungsrunde an. Diese Sichtweise greift in seinen Augen allerdings zu kurz. „Unternehmen müssen für die Umweltbelastungen, die durch ihre verkauften Produkte entstehen, Verantwortung übernehmen.“ Damit wurde gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich: Um das Plastikproblem zu lösen, muss an vielen Stellschrauben gedreht werden. Diese Komplexität der Thematik zog sich einhellig durch die von Dana Hoffmann moderierten Impulsvorträge, Gesprächsrunden und Workshops.

So zeigte Wolfgang Rommel, Professor für Verfahrenstechnik an der Hochschule Augsburg, bereits im ersten Vortrag, dass die Vermeidung von Plastik nicht der einzige Lösungsweg sein kann. Kunststoff ist beispielsweise auch ein wertvolles High Tech-Material, das für die Energiewende oder die Digitalisierung unverzichtbar ist. Auch er sieht die Produktverantwortung der Unternehmen als zentrales Element für einen gewissenhaften Umgang mit Kunststoffen. Marlen Richter vom Berufsverband der Unverpackt-Läden veranschaulichte, dass es aus ökologischen Gesichtspunkten nicht immer sinnvoll sei, auf Alternativen wie Glas oder Papier umzusteigen. Dieses Argument stützte auch Marc Zürn vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Er verdeutlichte am Beispiel einer Einkaufstüte, dass die Devise „Mehrweg statt Einweg“ lauten müsse.

Den Beitrag von zivilgesellschaftlichen Initiativen beim Thema Plastikvermeidung und Wiederverwertung zeigten die Organisationen Precious Plastic und Zero Waste City. Sie fordern nicht nur die Diskussion über Alternativen oder Kreislaufsysteme, sondern ein Umdenken in der Gesellschaft und eine klare Kommunikation, wie Plastik vermieden werden kann. Samuel Drews vom Modellversuch plastikfreie Stadt brachte das gesellschaftliche Wertesystem in die Debatte ein. Er stellte die These auf, dass Gegenstände, denen erneut ein größerer Wert zugeschrieben wird, vermutlich auch wieder einen längeren Lebenszyklus bekommen.

Da die Plastikverschmutzung jede*n Einzelne*n betrifft und es innovativer Ideen bedarf, haben die Veranstalter*innen gezielt auch jungen Ideen Platz auf dem Kongress eingeräumt. Zum ersten Mal traten Start-ups mit ihren Projekten in Sachen Plastikverhütung, Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung in einem Wettbewerb gegeneinander an. Am meisten begeisterte die Zuschauer*innen das Unternehmen Frenvi aus Mannheim, das 100 Prozent essbare Einweg-Utensilien herstellt. Im Anschluss daran befragte Sophia Häußler, Jugendbeirätin der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg, Josef Schweiger von Hawe Hydraulik, Jens Kenserski, Geschäftsführer der Agentur pulsmacher und Samuel Drews von der Initiative plastikfreie Stadt in einer spannenden Gesprächsrunde, inwieweit Plastikvermeidung im Arbeitsalltag wirklich funktionieren kann.

Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, betonte in ihrem Betrag, wie wichtig gesellschaftliche Initiativen und jede*r Einzelne für eine nachhaltige Entwicklung sind. Sensibilisierte Konsument*innen bilden, ihrer Ansicht nach, die Basis für politisches Handeln. Andrea Schwarz, Bürgermeisterin Stadt Ludwigsburg, unterstrich dies und verdeutlichte, dass die Folgekosten für nicht nachhaltiges Handeln am Ende die Gesellschaft trage.

Der Kongress wurde in Kooperation von NaturVision, dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, RENN.süd und der Jugendinitiative der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg organisiert.

 

Begeisterung bei den Zuschauer*innen lösten die diesjährigen PreisRegen des NaturVision Filmfestivals aus, die in der wilden Natur des Bayerischen Waldes gefilmt und an den vier Festivaltagen online gezeigt wurden.
„Zum 20. Festival sind wir eingetaucht in die Vergangenheit von NaturVision und an die Orte unserer ersten zehn Festivals zurückgekehrt, um dort die Clips für die Preisverleihung zu drehen. Es sind tolle, emotionale Aufnahmen entstanden, die unsere Preisträger auf eine ganz besondere Weise würdigen“, erläutert Festivalleiter Ralph Thoms.
Sehr authentisch und emotional sind auch die Dankesvideos der Preisträger*innen des 20. NaturVision Filmfestivals, die während des Festivals online gezeigt wurde. Aus seinem Garten in England bedankte sich beispielsweise Regisseur John Jackson, der zusammen mit Jérôme Julienne für seinen Film „Ocean Super Predators“ den Deutschen Wildlife Filmpreis erhielt. Die Jury überzeugten die Aufnahmen spektakulärer Jagdszenen zwischen Buckelwalen, Orcas und Delphinen, die von der Intelligenz und dem Sozialverhalten dieser Tiere erzählen. Einen ungewöhnlichen und intensiven Blick in eine ganz andere verborgene Welt wagt der Film „Festmahl der Tiere“. Er zeigt in detailreichen und überaus ästhetischen Bildern, wie aus Kadavern neues Leben entsteht und wie wichtig sie für die Artenvielfalt sind. Daniela Pulverer und Boris Raimeigen wurden für diese mutige Dokumentation mit dem Deutschen Filmpreis Biodiversität belohnt. Ein weiterer Hauptpreis wurde mit der Kategorie Deutscher Umwelt- und Nachhaltigkeitsfilmpreis vergeben. „Rentiere auf dünnem Eis“ von Henry Mix und Boas Schwarz zeigt mit einer beeindruckenden Kamera das sibirische Wildlife und erzählt gleichzeitig am Beispiel des indigenen Volkes der Nenzen die ganze Tragödie des Klimawandels. Ein Film, der auch neue erzählerische Wege im Naturfilmbereich aufzeigt.

Tief beeindruckt von einer „spektakulären Kameraführung, ohne Effekthascherei“ war die Jury auch bei „Olimba – Königin der Leoparden“. Kamerafrau Liane Steenkamp erhielt dafür den NaturVision Kamerapreis.

Die Jugend mitzunehmen und für Zukunftsthemen zu begeistern, war NaturVision von Anfang an ein Hauptanliegen. Seht gut passt dazu der diesjährige Sieger des NaturVision Newcomer Preises. Sarah Dorner und Jonathan Ziegler gehen in ihrem Film „Tausche T-Shirt gegen Hoffnung“ auf sehr persönliche Weise der Geschichte ihrer Kleider nach. Rückwärts entlang des Produktionsprozesses recherchieren sie den Weg von Deutschland zurück nach Indien. Dabei gelingt ihnen ein optimistischer Blick auf ein hochproblematisches Thema.
Die NaturVision Kinderjury wählte einen Film aus, der ein brisantes Problem auf Augenhöge für Kinder aufgreift: „Wenn nicht ihr, dann wir? Nina kämpft! Gegen Plastikmüll“ von Irja von Bernstorff.
Die Wahl der Jugendjury fiel auf „Der Wilde Wald“ von Lisa Eder. Eine Entscheidung, über die die Regisseurin sehr glücklich ist: „Ich habe mir sehr gewünscht, dass der Film auch Jugendliche erreicht, weil sie es sind, die sich einsetzen können für die Wälder der Zukunft und ihnen eine Stimme geben können.“ Die Juryentscheidung bestärkt die Regisseurin auch in der Idee, mit ihrem Film auch an Schulen zu gehen.
Von jungen Themen geprägt war die Filmauswahl im Bereich Umdenken. Der Gewinner des ersten NaturVision Filmpreises UMDENKEN Franz Böhm und die Komponisten Hannes Bieber und Leonard Küßner können sich für ihren Film „Dear Future Children“ auch über den NaturVision Filmmusikpreis freuen. „Wem gehört mein Dorf“ von Christoph Eder erhielt den NaturVision UMDENKEN Sonderpreis.

Ein besonderes Augenmerk verdienen immer auch die ganz kleinen Filme für die große Leinwand. Der NaturVision Kurzfilmpreis, der in diesem Jahr unter dem Motto „Hidden Champions“ versteckte Helden in der Natur zum Thema hatte, ging an „Those in Grass Houses“ von Christian Lawes. Er entführt die Zuschauer*innen in den Süden Afrikas zu einem besonderen Vogel: dem Siedelweber.

Am Sonntagnachmittag wurde live im Central Filmtheater Ludwigsburg der NaturVision Publikumspreis verkündet. Das Rennen machte ein Film, der besser zu NaturVision nicht passen könnte: „Der kleine Held vom Hamsterfeld“ von Uwe Müller. Eine liebevolle Hommage an den Feldhamster, der kurz vor dem Aussterben steht. NaturVision begleitet der Feldhamster seit drei Jahren als Maskottchen, das unseren problematischen Umgang mit der Erde ebenso symbolisiert wie die Hoffnung, dass in unseren Landschaften der Zukunft der Feldhamster wieder ein Zuhause hat.

Alle Informationen rund um unser Jubiläusfestival finden Sie hier: https://natur-vision.de

Die Preisverleihungen können Sie hier noch einmal ansehen: https://natur-vision.de/de/programm/preisregen/

Hier finden Sie alle Gewinnerfilme inklusive der Jurybegründungen: https://natur-vision.de/de/festival/preistraeger-innen-2021/